Ich und Kaminski

27 Jun

(via)

Wer mal Lust hat, sich mit einem richtigen Arschloch zu beschäftigen, einem „Feingeist“, der sich selbstbewusst und auch -verliebt in der Kunstszene bewegt und dabei keine Skrupel hat, anderen gehörig auf die Füße zu treten, der sollte „Ich und Kaminsky“ von Daniel Kehlmann lesen. Der 2003 erschienene Roman des Jungautors beschreibt die Geschichte des studierten Kunsthistorikers Sebastian Zöllner, der sich auf der Suche nach Erfolg den blinden Maler Manuel Kaminski schnappt, um ihn biographisch zu porträtieren. Dieser hat die besten Jahre bereits hinter sich und lebt zurückgezogen mit seiner Tochter in den Bergen. Zöllner interessiert das nicht: Er will Profit aus dem Ableben des Künstlers schlagen, reist zu ihm und stört sich nicht großartig an der Tatsache, dass er nicht willkommen ist. Überheblich und dreist drängt er sich in Kaminskis Leben, erzählt ihm, dass er seine totgeglaubte Jugendliebe Therese gefunden habe und fährt auf Drängen des Alten kurzerhand mit ihm in Richtung Norden, um Therese zu finden.

Auf der Fahrt merkt Zöllner schnell, dass nicht er der Richtungsweisende ist, sondern Kaminski selbst und dass dieser ganz eigene Vorstellungen hat. Kehlmann kritisiert wortgewand einen dubiosen Kunstbetrieb, der vor Überheblichkeit nur so strotzt. Sehr zu empfehlen!

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