Und wenn wir alle zusammenziehen?

22 Apr

(via)

Viele von uns mussten sich schon mit dem Thema auseinandersetzten, die meisten versuchen es so lange wie möglich aufzuschieben: die letzten Jahre eines Menschen. Wir alle werden älter und wir alle müssen uns mit dieser Tatsache vertraut machen. Nur wenn man sich mit dem Alter anfreundet, kann man es auch so gestalten, wie es einem am besten schmeckt. 

In dem französischen Film „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ (Diesmal lag die dämliche Übertragung des Titels nicht im Ermessen der Übersetzer, sondern entsprach einfach nur dem französischen Pendant „Et si on vivait tous ensemble?“), der gerade im Kino läuft, geht es genau darum: Fünf Freunde, alle in den besten Jahren, entscheiden sich zusammenzuleben und gründen eine WG. Das alte Haus der von Charly Chaplins Tochter gespielten Annie wird zur Kommune, der Hundeaufpasser Dirk (Daniel Brühl), der die fünf als Forschungsprojekt für seinen Ethnologie-Doktor beobachtet, zum helfenden Freund. Auslöser für die vermeidliche Schnappsidee ist der Herzinfarkt des Frauenverführers Claude. Als seine Freunde ihn im Altersheim besuchen, in dem sein Sohn ihn wohlwollend untergebracht hatte, brechen die Fünf samt Claude im Rollstuhl aus und bringen ihn im neuen Zuhause unter.

Das Leben im Haus ist bunt. Jeanne (gespielt von einer hinreißenden Jane Fonda – verdammt, ich hoff, ich seh mit 75 auch so aus) verheimlicht nicht nur ihren Krebs vor ihrem geliebten demenzkranken Albert, auch ihre Affäre mit Claude bleibt zunächst ein Geheimnis. Dieser jedoch traf nicht nur Jeanne vor gut 40 Jahren, sondern hatte auch ein Techtelmechtel mit Annie, der Frau von Jean. Durch Zufall kommt die Geschichte raus – die Lage ist verzwickt, die Freundschaft aber ist stärker und so nehmen die Fünf auch die letzte Hürde ihrer gemeinsamen Zeit.

Der Film ist lustig. Und traurig. Und rührend. Und herzlich. Ganz im französischen Stil hat Regisseur Stéphane Robelin eine Geschichte gezaubert, die zum Denken anregt. Mich hat er inspiriert – mit guten Freunden den Lebensabend zu verbringen hört sich wesentlich reizvoller an, als im Heim unterzukommen…

Eine Antwort to “Und wenn wir alle zusammenziehen?”

  1. Jonny 17/05/2012 um 15:53 #

    Danke für den guten tipp! Svea und Greta fanden ihn auch gut

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