Ich bin zu alt…

19 Mrz

(via)

…für diesen Kram: Ich schließe mich Danny Glover und Ted Mosby an. Nach solch einem Wochenende schmerzen einem nicht nur die Glieder, auch das Herz blutet. Aufgrund postpubertärer Lustigkeiten, kann ich mir einen wunderbaren Skiurlaub in Davos in den Allerwertesten schieben. Selbst schuld? Aber von Vorn:

Letzte Woche entschied ich mit ein paar Freunden den letzten Schnee vor Frühlingsbeginn auszunutzen und ein paar Tage in die Berge zu fahren. Bereits bei der Buchung des Zimmers fühlte ich mich zu alt für diesen Kram: 6 Leute im 6-Bettzimmer, ohne Kochnische, Dusche&WC auf dem Gang. Naja, die Zeiten, in denen ich mit meinem Liebsten ein Doppelzimmer in Davos nehme, um dort ein gediegenes Ski-Wochenende zu verbringen, kommen wohl noch. Hoffentlich. Doch wozu gibt es Sandwichtoaster? Mei, 3 Tage mit Toast Hawaii hat noch nie jemandem geschadet. So bereiteten wir uns auf den Trip vor: 3 Stangen Weißbrot, Bier in Plastikflaschen und 250g-Packungen Käse-Aufschnitt kaufen, Stundenlang in irgendwelchen Skaterläden rumhängen, um das restliche Equipment zu holen und dabei so zu tun, als wär man selbst mit seinen Timberland-Segelschuhen noch obercool und könnte sich im Slang der 15-Jährigen Baggy-Träger über den fetten Sound der Wesc-Kopfhörer unterhalten. Ich bin zu alt für diesen Kram.

Abends, nach Erledigung letzter Einkäufe, machten wir uns auf, um einen ruhigen Abend mit Freunden zu verbringen. Pustekuchen: aus dem gemütlichen Sit-in mit Grill-Atmosphäre und nem Gläschen Wein wurde eine durchzechte Nacht mit Tanz auf Tisch und Gin mit Gurke. Ich bin zu alt für diesen Kram. In der Cavos Taverne, einem Griechischen Restaurant, dass ab 23 Uhr zur Disse mutiert, indem die Leute ihre Servietten durch die Gegend schmeißen und auf den Tischen tanzen, vergnügten wir uns bis in die frühen Morgenstunden.

Dann ein Heimweg wie aus dem Bilderbuch: Übelkeit, Müdigkeit, Besoffenheit. Das Bett schon in Gedanken fokussiert, die Wortwahl bedacht – versteht einen ja keiner, wenn man so spricht wie mit 5 Hubba Bubba im Mund. Doch auch hier zu früh gefreut. So lernt man in der Nachttram noch die Nachbarn von Gegenüber kennen, lädt sie zu sich und noch weitere Drinks in sich ein, als hätte man gerade die Sahara durchquert. Unnötig. Die Sonne geht auf, die Anlage wird aufgedreht und so tanzen sonntagmorgens um halb 7 fünf betrunkene Menschen zu schwedischem Hip-Hop. Ein Glück, dass eine Wand im Wohnzimmer komplett verglast ist: die Nachbarn haben sich sicher gefreut. Ich bin einfach zu alt…

Nach 3 Stunden Schlaf (Merke: Red-Bull verleiht Flüüügel) kriecht man aus der Höhle und wünscht sich, dass es in Strömen regnet. Iwo, strahlendster Sonnenschein. Genau das richtige Wetter für eine Fahrradtour! Auch wenn der Kopf protestiert, das schlechte Gewissen treibt einen also raus. Zu dritt auf 2 Rädern gehts in Richtung Park, als plötzlich das große Unglück passiert: Ich ramme mir die Metallpedale in den Fuß, falle vor Schreck fast in Ohnmacht und schätze mich glücklich, dass ich einen Freund habe, der schnell und klarsichtig reagiert und dass wir für unseren Ski-Trip ein Auto gemietet haben, dass jetzt als Krankenwagen dient. 20 Minuten später liege ich auf dem OP-Tisch und lasse mir die Wunde nähen. Mein Freund und die junge Ärztin sind makaber genug erstmal eine Fleischwundenfotosession zu starten, den Anblick erspare ich euch an dieser Stelle. Während ich da liege und mir eine 10 cm lange Spritze in den Fuß stechen lasse, denke ich an alte Zeiten zurück. Wegen Leichtsinnigkeit oder Alkohol ins Krankenhaus musste ich das letzte Mal mit 17 (einen Freund begleiten, na klar!) und wieder dachte ich an das Credo: ich bin verdammt nochmal zu alt für diesen Kram!

Ein paar Stiche später konnten wir die Klinik wieder verlassen und Nachhause zurückkehren, längst mit den Gedanken, dass ich draußen bin. Kein Urlaub für Philli, stattdessen eine große Portion Pommes und die Gewissheit, dass ich in Zukunft einen Gang zurückschalte. Ihr wisst schon warum…

 

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