Filmschau

17 Jan

(via)

Eine Woche, drei Filme:

Meine Gehirnwindungen sind entfesselt. Ich sehe klar, höre alles, entdecke meinen 6. Sinn. Eine Droge, die mich aus der Lethargie des Alltags holt, ohne mich unnatürlich zu pushen – die sonst genutzten 20% meiner neurologischen Leistung werden auf 100 gehoben: Ich lerne Sprachen in wenigen Stunden, schreibe Bücher in wenigen Tagen, hieve Geld aus dem Teich in wenigen Monaten. Ach und nebenbei fällt mir einfach alles wieder ein, was ich im Laufe meines Lebens gelesen, gesehen oder gehört habe. Ich bin Superman. Ich bin ohne Limit:

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Ich bin Querschnittsgelähmt. Stinkreich, aber bewegungsunfähig. Meinen Rollstuhl lenke ich mithilfe einer Fernbedienung am Kinn. Aufstehen, duschen, anziehen, essen, lesen – alleine geht bei mir gar nichts, ich muss getragen und umsorgt werden. Das letzte Fünkchen Intimität verpufft, wenn ich mal aufs Klo muss. Da helfen mir nicht mal die Millionen, die ich auf dem Konto bunker. Der einzige, der Hoffnung bringt ist einer, der ganz anders tickt. Einer aus der Banlieue, der sein Geld mit krummen Dingern erntet und dessen Zuhause die Straße zwischen den Hochhäusern ist. Der sieht die Welt mit anderen Augen, der erweckt in mir, was ich lange verloren geglaubt hatte. Wir werden beinah beste Freunde:

p.s.: nicht von der bescheuerten deutschen Titelübersetzung abschrecken lassen!

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Der Junge war in die Kirche gekommen, um zu beten. Launisch sei er und schlecht in Mathe, er wollte beichten. Ich hab ihn abgeknallt. Aus versehen zwar – eigentlich sollte nur der Pfarrer dran glauben – aber trotzdem abgeknallt. Ich hab ihn nicht gesehen, er stand hinter der Zielscheibe, das wollte ich nicht. Das einzige was hilft ist Selbstmord. Oder nen Kumpanen, der den Auftrag erhält, das für mich zu übernehmen. Oder die schönste Frau, die ich je gesehen hab. Ich entscheide mich für letzteres, muss dafür jedoch in Brügge sehen…und sterben?

6 Antworten to “Filmschau”

  1. Phire 21/01/2012 um 17:09 #

    Hi, schöne kompakte Text. Die Idee von Am Limit finde ich genial, aber der Film nervt zwischendurch ein bisschen – soll aber nicht heißen, dass man ihn sich anschauen sollte Hm, kein wirklich konstruktives Kommentar .-)

    • Phire 21/01/2012 um 17:10 #

      ich meine natürlich Ohne Limit und Texte

      • phillippine 22/01/2012 um 10:53 #

        Doch doch, sehr konstruktiv :) du hast aber recht, filmerisch ist „ohne Limit“ kein Highlight, aber müsste ich wählen zwischen 100%iger Hirnleistung verbunden mit körperlichen Beschwerden und Abhängigkeit oder 20%iger und scheinbar im Moment andauernder Matschleistung verbunden mit Motivationslosigkeit und Winterblues – ich würde mich wahrscheinlich für Ersteres entscheiden! nur hätte ich keine 800 Tacken, um die erste Ration zu finanzieren…Mist!

      • Phire 22/01/2012 um 16:05 #

        Du hast recht, die Droge wirkt verlockend. Lass uns zusammen legen!?

      • phillippine 23/01/2012 um 23:45 #

        und dann die Tablette teilen?dann sinds doch nur noch 50%…

Trackbacks/Pingbacks

  1. 7 Psychos « eigensinnlich - 07/12/2012

    […] auf die ich eventuell seit langem gewartet habe: Seven Psychopaths (7Psychos) von Martin McDonagh (zu kennen von “Brügge sehen… und sterben?”). Seit gestern in deutschen Kinos zu sehen, kann ich jedem, der auf unkonventionelle Dialoge und […]

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