Comin´ Home

7 Jan

Nachhause kommen Teil 1: Wenn man nicht mehr in seinem Elternhaus lebt, macht man sich spätestens am 24. Vormittags auf den Weg in die alte Heimat – voller Vorfreude, schwerer Taschen und einem schummrigen Gefühl: Was erwartet mich Zuhause? Wie sind die anderen drauf? Werden wir die Zeit zwischen den Jahren ohne Stress überstehen? Denn seien wir mal ehrlich, Nachhause kommen heißt gleichzeitig in alte Muster verfallen. Das was man sich mühevoll über die Jahre abtrainierte, kommt mit einem Mal zurück – die Feiertage werden zur Bestandsaufnahme. Das komplizierte Konstrukt Familie mit all seinen subtilen Verknüpfungen drängt einen zurück in die Jugend, manchmal auch Kindheit, und lässt kurzzeitig Gefühle aufkommen, die der Alltag längst verblassen ließ. Individuelle Zwiespältigkeit, geschwisterliche Differenzen, elterliche Kontroversen. Die Luft knistert, die Spannung ist eindeutig zu spüren. Fragt sich nur, wann die erste Minibombe einschlägt.

Rückblickend kann ich sagen: Sie ist hin und wieder eingeschlagen. Aber ihre Zerstörungskräfte waren nicht stark genug, um uns aus dem Konzept zu bringen. Wir alle sind gereift an den letzten Jahren und haben gelernt mit der Situation „Sieben auf einen Streich“ umzugehen. Wir haben uns schneller als sonst nach kleinen Aussetzern zusammengerafft und damit der Weihnachtszeit den Respekt gezollt, den sie verdient. Wenn eine Familie in alle Windrichtungen ausfliegt, ist es umso wichtiger, sie zu diesem festen Termin voll annehmen zu können. Man hat nicht viel Zeit, das nächste Wiedersehen ist noch nicht in Planung, somit gehören diese Tage Nachhause. In die alten vier Wände.

Nachhause kommen Teil 2: Ein paar Tage später. Es ist Neujahr. Weihnachten und Silvester sind heil überstanden, die Zeit bei der Familie neigt sich dem Ende zu. Vor einem liegt 2012. Nun heißt es Koffer packen (Koffer überhaupt zukriegen), verabschieden und abreisen. Zurück ins neue Leben. Eine gewisse Melancholie macht sich breit: Wann sehen wir uns wieder? Was bringt das neue Jahr? Hab ich da überhaupt Bock drauf? Schwermütig verlässt man sein Elternhaus und weiß nicht so wirklich was einen in der Ferne erwartet. Nichtsdestotrotz kommt auch Freude auf. Man erlangt seine Selbstständigkeit zurück und bestimmt seine Ordnungspläne von nun an wieder selbst. So trudeln wir in unsere eigenen vier Wände, leeren unsere Koffer und lassen Revue passieren:

Familie, es war eine schöne Zeit. Euch 2 Wochen um mich herum zu haben, hat mich gestärkt für die nächsten Monate. Sobald ich die Türschwelle in Rotenhahn übertrete, fühl ich mich geborgen und heimisch. Nichts ist vergleichbar mit euch und dem,  was wir haben. Das gleiche gilt für meine Freunde, die Kiel entweder treu geblieben oder auch zur Weihnachtszeit eingeflogen sind. Ihr seid die Besten. Danke für die wunderbaren Stunden voller Vertrautheit und Zuneigung. Auch wenn wir es meist nur zur Weihnachtszeit schaffen, es fühlt sich trotzdem jedes Mal wie gerade Gestern an. Das macht mich selig und gelassen. So, und damit das hier das Schnulzigste wird, das je auf eigensinnlich veröffentlicht wurde: Nehmet euch in die Arme, singet Halleluja und lasset uns in Liebe zerschmelzen…

ps. der Song hat damit nichts zu tun – er ist einfach nur schön!

Eine Antwort to “Comin´ Home”

  1. Jonny 09/01/2012 um 17:07 #

    sehr schön! :) 1000 küsse

    ach und das lied habe ich gerade heute auch gefunden, aber woanders!

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