100 Jahre Frauentag

8 Mrz

(via)

Auf meiner verzweifelten Suche nach seichten Themen, denen ich mich problemlos nach der Arbeit noch widmen kann, bin ich auf den Internationalen Frauentag gestoßen, der heute sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Dass der 100. Geburtstag heute sein soll, lässt sich nicht genau festlegen, da erst einige Jahre ins Land ziehen, einige Debatten ausgefochten werden (I. und II. WK) und einige Frauen sterben mussten, bis sich die Verantwortlichen auf ein festes Datum einigen konnten. Puh, hört sich makaber an. Isses wohl auch, denn der Legende nach wurden bei einem Streik gegen niedrige Löhne in einem New Yorker Textilwerk am 8.3.1857 einige Demonstrantinnen von der Polizei blutig niedergeschlagen. Um ihnen zu gedenken, aber auch um an andere Traditionen anzuknüpfen, wie zum Beispiel dem Streik der russischen Arbeiter- und Soldatenfrauen, die am 8.3.1917 in Sankt Petersburg auf die Straße gingen und damit heute als Vorreiterinnen der Februarrevolution  gelten, wurde der 8. März zum  Tag der Frauen gekürt.

So weit so gut. Die ganze Geschichte möchte ich euch hier nicht ausbreiten, aber 1997 erkannte die Generalversammlung der UN den 8. März endgültig als Internationalen Tag der Frau an und legte damit den Grundstein für die positive Rezeption dieses Tages heute. Von Jahr zu Jahr steigt seitdem das Ansehen und die Akzeptanz des 8.3. als Frauentag, dessen Fokus stets neu ausgerichtet wird. So wurde bereits gegen die weibliche Genitalverstümmelung, gegen Kinderheirat oder die Diskriminierung weiblicher Homosexueller gearbeitet als auch für die Aufmerksamkeit für die hohe Frauenrate AIDS-infizierter Frauen in Schwarzafrika sowie hierzulande für die Frauenquote und die Rolle der Frau in politischen Entscheidungsprozessen.

Selbstverfreilich wird die Verherrlichung eines Datums, dass auf die Akzeptanz der Frau in der Gesellschaft aufmerksam machen will, in manchen Lagern stark kritisiert. Nicht zuletzt von einigen Feministinnen selbst, die die Lobpreisung des 8.3. für überheblich halten: „Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben. […] Das Ziel ist die Gleichberechtigung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen.“ (EU-Kommissarin Viviane Reding 2008: via). Dem kann man sich nur anschließen. Trotzdem wird durch einen solchen festgelegten Termin wenigstens einmal im Jahr den Frauen, denen Gleichberechtigung in ihrem Land fremd ist und wohl auch noch lange bleiben wird, gedacht und somit einmal jährlich, ganz offiziell, darauf aufmerksam gemacht, wie schwer doch die Last der Frau als schwaches Geschlecht in manchen Gebieten wiegt. Ich finde, solange dieses Ungleichgewicht herrscht, muss es auch Tage, Debatten und Leute geben, die sich dagegen einsetzen und uns zur Klarsicht verhelfen, sei es nur für die paar Minuten, in denen wir den Artikel über den Internationalen Tag der Frau lesen…

 

 

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