We want Sex

14 Jan

(via)

Eigentlich lautete die Parole der 187 Arbeiterinnen des Ford-Werkes in London-Dagenham 1968: „We want Sex Equality“. Ein Banner, der diese Forderung hervorhob, hatte sich während einer Demo so verdreht, dass das Wort „Equality“ verdeckt wurde. Die Damen der ersten Frauenrevolution  Englands gingen daher als die „We Want Sex-Girls“ in die Geschichte ein und lieferten dem Filmemacher Nigel Cole somit die Grundlage für seinen Film „Made in Dagenham“.

Hintergrund der Streiks waren die Arbeitsverhältnisse der knapp 200 Frauen, die zu schlechteren Konditionen als 55.000 männlichen Kollegen dieselbe Arbeit leisten mussten. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, so lauteten die Forderungen der Fabrikarbeiterinnen, die Anfangs große Hürden zu überwinden hatten, um sich später in 3-wöchigen Streiks gegen die Geschäftsleitung des Mutterkonzerns Ford in London zu stellen. Sie legten die gesamte Produktion des Autoherstellers für Tage lahm und setzten somit sowohl ihre Arbeitsgeber als auch die Regierung unter Druck.

Der Stein wurde ins Rollen gebracht und gipfelte 1970 im Equal Pay Act, einem Erlass des britischen Parlaments, der die drastisch auseinanderklaffenden Konditionen zu mindern ersuchte. Ein Meilenstein in der Geschichte der Gleichberechtigung und eine spannende Basis für Coles Film, der in Deutschland unter dem Namen „We Want Sex“ seit gestern in den Kinos läuft.

Wer auf den trockenen Humor steht und, so wie ich, auch in Rosamund Pike verliebt ist, der sollte es sich nicht nehmen lassen, die Arbeit eines tollen Regisseurs anzuschauen (u.a. Grasgeflüster oder Kalender-Girls) und sich nebenbei ein bisschen Kulturgeschichte reinzuziehen. Viel Spaß dabei:

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