The Cove

30 Sep

(via)

Draußen ist es kalt, drinnen muss endlich die Heizung angeschaltet werden, der Winter geht los. Passend zur Stimmung, schaut man sich Filme an und setzt sich mit Themen auseinander, die aufwühlen. The Cove – Die Bucht – ist ein Film des Tierschutzaktivisten und ehemaligen Flipper-Trainers Richard O´Barry. Zusammen mit seinem Team, bestehend aus Apnoetauchern, Freesurfern, DNA- Wissenschaftlern und anderen passionierten Helfern, versucht Ric das Delphinschlachten in einer versteckten Bucht des Küstenörtchens Taiji in Japan zu beenden.

O´Barry war selbst jahrelang Delphintrainer und fühlt sich deshalb mitverantwortlich für den Aufbau der Spaßindustrie rund um den Meeressäuger. Delphine lächeln immer, es scheint ihnen eingebrannt. Diese Tatsache führt dazu, dass die meisten annehmen, sie litten nicht. Der Kommerz mit den Tieren ist überall auf der Welt verbreitet, Delphinarien konnte man bis vor kurzem sogar noch im Hansa-Park besuchen. Die Kleinwale, die dort in Betonbecken gesteckt werden, umringt von  einer jubelnden Besuchermasse, und denen mit Zeichensprache und Trillerpfeifen Kunststücke abverlangt werden, stammen größtenteils aus der besagten Bucht an Japans Küste.

Von September bis März geht die Treibjagd und kostet jährlich über 23 000 Delphinen das Leben. Aufgrund der Wanderung in andere Gewässer, kommen sie zu dieser Jahreszeit an Taiji vorbei, wo sie von hunderten von Fischerbooten sehnsüchtig erwartet werden. Mit langen Metallstäben, die ins Wasser reichen, um die lauten Schläge daran unter Wasser zu einer Lärmmauer aufzubauen, treiben die Fischer die Tiere Richtung Küste. Sobald sie die Bucht erreichen, werden sie mit Netzen eingeschlossen und das Massaker kann beginnen. Zunächst kommen hunderte von sogenannten Delphintrainern und suchen sich unter den bereits total verstörten Tieren die Größten und Kräftigsten aus, meistens Tümmlerweibchen – wie die, die Flipper damals gespielt hatten. Diese werden dann auf der ganzen Welt für tausende von Dollar Lebend verkauft und müssen für den Rest ihres Lebens in Gefangenschaft leben.

Die übriggebliebenen Delphine müssen noch eine Nacht warten. Dann werden sie brutal abgeschlachtet. Dies geschieht natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sie werden dafür in eine unerreichbare kleinere Bucht gebracht, die von allen Seiten mit Hochsicherheitszäunen und Patrouillen geschützt ist und zu der bis dato Aktivisten und Tierschützer nicht durchdringen konnten. Nur das blutige Wasser lässt erahnen, was sich dort hinter den Felsen abspielt.

Ric O´Barry versammelt ein Team verschiedenster Spezialisten um sich und beginnt Mission Impossible: das Drama sichtbar machen. Die Aufnahmen sind schrecklicher als erwartet, das Delphinschlachten ist der Spiegel Japans Fischfangpolitik. Es ist grausam:

Schaut euch unter diesem Link den Dokumentarfilm an, er ist in 9 Teilen verfügbar und seht, was sich auf der anderen Welthalbkugel abspielt. Es ist zum heulen.

Eine Antwort to “The Cove”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Delphinhaltung in Ägypten « eigensinnlich - 18/10/2010

    […] Ric O´Barry berichtet, der mit seinem Team wagemutig die Brutalitäten, die sich in „The Cove“, der kleinen Bucht des Fischörtchens Taiji in Japan abspielen, bekannt machte. Er schaffte es […]

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