Achterbahn

25 Sep

(via)

Gestern waren wir spontan, endlich mal! Innerhalb einer Stunde wurden Auto und Regenjacken mobilisiert und auf gings Richtung Norden. HeidePark-Aktion Ahoi! Begleitet von Niesel und Stau, pessimistisch, ob das alles wirklich so eine gute Idee sei, immerhin waren wir viel zu spät losgefahren und 3 Stunden reichten eh nicht aus, um den Eintrittspreis wett zu machen, kamen wir endlich in Soltau an. Einmal Familienkarte bitte (Ermäßigung von 36 auf 25 für jeden). Gibts nicht, muss man einen Tag vorher im Internet bestellen. Scheiße.

Nach 10-Minütiger Bequatschung, Welpenblick und Verzweiflungsseufzern, durften wir doch rein, und das noch günstiger als erwartet, yehaa! Limit, wir kommen. Das Gute an Regen und Wochentagen ist, dass kein Mensch auf die Idee kommt, Freizeit und Vergnügen zu erleben. Wir mussten nirgends anstehen und durften einfach sitzenbleiben und so oft fahren, bis sich die Mägen verkrampften. Von einer Attraktion zur nächsten, keine Verschnaufpause, nahmen wir so viel wie möglich mit und gaben uns den Adrenalinstoß Runde um runde, wie n Junkie, der nach mehr hechelt. Trotz Übelkeit und Erschöpfung ließen wir nichts aus und uns durch die Gegend schleudern.

Dass Menschen ganze Kleinstädte bauen, in denen Free-Fall-Tower, freihängende Achterbahnen und sich drehende Schiffsschaukeln den Menschen den Thrill liefern, den sie im normalen Leben nicht haben, ist schon merkwürdig. Eine Absurde Welt ist das. Man lässt sich freiwillig durchschütteln, setzt sich in Bahnen, die von 0 auf 100 in gefühlter einer Sekunde losschießen und fährt 70 Meter in die Höhe, um sich nach einigen Momenten schlimmsten Herzklopfens den Schock des Lebens geben zu lassen, wenn das Ding einfach nach unten rast. Schreien ausgeschlossen, der Atem bleibt einem einfach stehen. Unten angekommen zittern die Beine, die Worte kommen verdreht raus, man ist völlig durcheinander, weiter geht’s.

Nichtsdestotrotz wird man geschüttelt von Lachkrämpfen, das Adrenalin macht fröhlich, man ist ganz leicht. Man ist ganz bleich. Man ist hin- und hergerissen zwischen weitermachen und aufhören, bis einem der Regen endlich einen Strich durch die Rechnung macht und die Entscheidung abnimmt. Drei Stunden haben locker gereicht, erschöpft fährt man nachhause und schläft abends mit diesem Achterbahngefühl ein. Sobald man die Augen schließt, fällt und schwebt man, macht Loopings und Drehungen und freut sich über spontane Aktionen.

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