Mord oder Kunst?

22 Mrz

(via)

Vor 4 Jahren war ich mit Freunden in Valencia. Mordlustig und voyeuristisch machten sie sich auf den Weg in eine Stierkampfarena, um sich das grausige Treiben anzuschauen. Keine 10 Minuten hielt es meine Freundin aus, ehe sie das Leid des armen Tieres nicht mehr ertragen konnte und den Schauplatz verlassen musste. Ich wollte aus Prinzip von vornherein nicht Zuschauer dieses Spiels sein. Zu brutal und kaltblütig erscheint mir das Hin und Her mit dem Tier, das so oder so sterben muss – sei es, weil es den Stierkämpfer angreift und dieser geschützt werden muss, oder einfach weil es die „Tradition“ verlangt lange, spitze Speere in den Bullen zu stechen.

Sonntagabends, zur Dieter-Moor-Zeit, wurde in „titel thesen temperamente“ die Stierkampfdebatte ausgefochten. Einerseits soll der Jahrhunderte alte Kampf unter den Schutz des Weltkulturerbes gestellt werden, andererseits wird der Schrei nach Verbot immer lauter. Tierschützer und andere Gegner sehen in dem ungleichen Kampf längst nicht mehr ein Kulturgut, sondern einfach nur eine skrupellose Schlachtung der Rinder.

Auf der anderen Seite stehen hunderte Spanier, die ihre Traditionskämpfe lobpreisen, Künstler, die vom Treiben auf dem Platz fasziniert sind – „Pablo [Picasso] achtete einen Stierkampf ebenso heilig wie ein Katholik die Messe, ja vielleicht noch mehr“ (Francoise Gilot) – und Toreros, die die Kunst des Kampfes als beinahe heilige Meisterschaft verteidigen. (via)

Nur wie kann es sein, dass diese Menschen so fasziniert sind von dieser Grausamkeit? Wie können Europäer, die nicht mehr im Mittelalter leben und zu domestizierten Tieren ein völlig anderes Verhältnis haben als damals, noch zulassen, dass Tiere so Blutrünstig getötet werden?

Es bleibt zu hoffen, dass in nächster Zeit etwas an der Tradition geändert wird. In Barcelona könnte dies bald der Fall sein, entschieden wird im Sommer. Nichtsdestotrotz werde ich nicht mehr zulassen, dass meine Freunde sich das Spektakel reinziehen, das ist wohl ein geringer Teil den man leisten kann, um den Stierkampf nicht zu unterstützen!

Ha! natürlich gönn ichs keinem, aber wie sagt man so schön: „selbst Schuld!!“

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