Sea Shepherd

8 Feb

(via)

Meereshirte. Ein schöner Name für eine traurige Aufgabe. Die Sea Shepherd Conservation Society unter der Leitung von Paul Watson, dem Urgestein der Organisation, ist DIE militante Umweltschutzorganisation, die sich den Schutz der Meere mit allen Mitteln auf die Kappe  geschrieben hat. Dazu gehören vor allem das Stoppen des Walfangs, das Vorgehen gegen Robbenjagd, die Rettung von bedrohten Delphin- und Hai Arten, die Beendigung des illegalen Fischens.

1977 wurde die Non-Profit-Stiftung als Abkapselung von Greenpeace gegründet und hält sich seitdem mit Spenden über Wasser, im wahrsten Sinne. Die Methoden der Meereshirten sind laut umstritten und schreiben immer wieder Schlagzeilen. Mit Wasserwerfern, Rammböcken und Offensive gehen sie gegen Walfänger und andere Bösewichte vor. Da die internationalen Gewässer keiner Staatsgewalt unterliegen und illegale Gesetzlose ihren Profit da draußen machen, sei es „unter dem Deckmantel der Forschung“, wie man  immer wieder hört oder einfach dreist drauflos, hat Paul Watson eine Piratenstaffel aufgebaut und sich das Ende allen Grauens in den 7 Weltmeeren zum Lebensziel gemacht.

Seine Gründe für den Radikalen Weg sind nachvollziehbar. Zwar setzt sich Greenpeace seit Jahren für die Großen und Kleinen der Ozeane tapfer ein, jedoch ohne wirklich in Aktion zu starten. Den japanischen, finnischen oder norwegischen Jägern ist es vollkommen egal, ob Greenpeace mit ihrem Bannern versuchen die Medien auf das Grauen aufmerksam zu machen. Das versuchen sie schon seit Jahren, leider vergeblich. Bis jetzt gibt es kaum Gesetzte und Sanktionen für illegale Fischerei und Walfang. Und wenn doch, dann wurden sie mehr oder minder umgangen. Trauriges Beispiel für diese Hilflosigkeit wurde in dem Film „Jagdzeit“ dokumentiert. Angela Graas begleitete die Besatzung der „Esperanza“, leidenschaftliche Greenpeacemitglieder, die über Wochen hinweg einer japanischen Walfangflotte in die Antarktis folgten, sie verfolgten, um das schlimmste zu verhindern und der „Wissenschaft“ einen Strich durch die Rechnung zu machen. Nach anfänglichen Glücksschüben, die Japaner unterließen den Fang, als Greenpeace ihnen ein paar Tage auf die Pelle rückte, folgte dann aber ganz schnell die Ernüchterung. Viel mehr als sich zwischen Tank- und Fangschiff der Asiaten zu schieben und mit Megaphon und Bannern auf sich aufmerksam zu machen, konnten die Umweltschützer nicht unternehmen. Als dann auch noch der eigene Tank gerade noch reicht, um wieder zurückzukehren, und damit die japanische Flotte wieder sich selbst überlassen werden musste, wird einem Bewusst wie sinnlos diese Aktionen leider war. Das traurige Spektakel könnt ihr euch heute Nacht (8.2.) um 1.15 bei arte anschauen, hier der Trailer:

Aus diesem Grund wandte sich Watson bald von Greenpeace ab und gründete seine eigene Organisation. Wer Sharkwater gesehen hat, kann sich vielleicht noch an die Wut und den starken Sinn für Ungerechtigkeit des alten Seebären erinnern, die ihn antreiben so radikal vorzugehen. Paul Watson ist ein Pirat.  Nicht mal ein Schuss in die Brust, aufgehalten von seiner Schutzweste, hielt den 60-Jährigen Kanadier auf weiter zu kämpfen. Er muss Taten sprechen lassen und gibt sich nicht mit Umweltkonferenzen und Demonstrationen gegen die Ungerechtigkeiten auf hoher See zufrieden. Das bringe, seiner Meinung nach, gar nichts. Klingt logisch. Und doch fragt man sich, ob die militante Art der 4-schiffigen Sea Shepherds-Flotte nicht doch zu radikal sei. Schiffe Versenken für Erwachsene ist ja eigentlich gegen unsere pazifistischen Grundsätze (laut eigener Angaben, wurden bis jetzt 10 Walfangschiffe zur Strecke gebracht, bzw. aus dem Verkehr gezogen). Trotzdem sind die Hirten die wohl einzige Organisation, in der reelle Zahlen geretteter Tiere zeigen, was sie wirklich alles bewirken kann. Und das muss ja wohl was heißen.

Die Sea Shepherds finden beachtlichen Zuspruch. Der Dalai Lama, die Peppers, Brigitte Bardot, Sean Penn. Das sind nur einige Namen, die den Piraten ihre volle Unterstützung bieten. Ich schließe mich dem an. Es muss mehr passieren, um das Aussterben der gefährdeten Tierarten zu verhindern. Die Ökosysteme der Ozeane werden systematisch zerstört. Das wiederum bringt das Gleichgewicht der Erde massiv in Wanken. Und das wiederum betrifft tatsächlich uns alle

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